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the Degree Confluence Project
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Senegal

near Noualko, Saint-Louis, Senegal
Approx. altitude: 46 m (150 ft)
([?] maps: Google MapQuest Multimap world confnav)
Antipode: 16°S 165°E

Accuracy: 3 m (9 ft)
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#2: Cram-cram to the East #3: Cram-cram to the South #4: Cram-cram to the West #5: Confluence #6: GPS #7: Baobab northward #8: Red double-track across straw-yellow plain #9: Abandoned huts at Noualko #10: Cram-cram at the tyre

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  16°N 15°W  

#1: Cram-cram to the North

(visited by Sabine F and Bernd S)

English version

Deutsch

21-Nov-2011 -- Im Reich der Sudanklette

Transafrika - die Unvollendete: Die sich kontinuierlich verschlechternde Sicherheitslage im Sahel (zumindest für Menschen mit weißer Hautfarbe), steigende Visagebühren mit neuen bürokratischen Hindernissen gepaart mit teuren Flügen und dem faktischen Cut-off der Route durch Angola und Kongo (Dem. Rep.) brachten uns zu der Einsicht, dass wir in Zukunft wohl einen anderen Kulturkreis besuchen sollten. Die 6. Etappe auf der Westroute bringt unseren Toyo daher zurück nach Hause. Dies ist die Fortsetzung von 15N 14W.

Orangerote Dünen erhoben sich vielversprechend im Norden. Die Aussicht auf Sand gewann gegen die Akazienwald-Kurverei-Erfahrung von gestern die Oberhand. Die letzte völlig unbeschriebene Konfluenz im Senegal sollte unser sein.

Aber wir waren aus der Übung: Einheimische wiesen uns die Richtung über die ersten Sandhaufen. Wir kurvten um die letzten Häuser von Linguère herum auf die sandigen Tracks nach Kadji Tiongo. Am ersten tiefsandigen Anstieg gewann der Toyo Vertrauen zurück. Unten am Brunnen im Tianguol Linguère wurden Kamele getränkt. Die braunen Lehmbauten von Kadji Tiongo liegen zwischen dunkelgrünen Akazienwäldern. An der ersten Häuserecke bogen wir scharf links ab und verließen das breite Wadi nach Norden.

Nur selten mussten wir noch die Spuren wegen zu niedriger Akazien verlassen. Trotzdem kamen wir nicht so recht vorwärts. Die Pisten führten partout nicht in unsere Richtung. Im Zickzack-Kurs – ein paar Kilometer Nordost, Spurwechsel, ein paar Kilometer Nordwest, Kral, ein paar Kilometer Nordost, Hüttendorf, ein paar Kilometer Nordwest – erreichten wir plötzlich eine große Ansiedlung.

Heute war großer Viehmarkt in Dik Do. Hunderte Kamele und Ziegen wurden am Brunnen getränkt. „Nach Téssékré geht’s da entlang“, einer der Händler zeigte hinaus auf die große Grasfläche. Der Toyo arbeitete sich in einem breiten tiefsandigen Spurenbündel eine kaum sichtbare Neigung Richtung Nordwest hinauf. Endlich schwenkte die Piste nach Norden. Über leichte Hügel schwangen wir um vereinzelte Akazien herum. Hin und wieder gesellte sich ein Bilderbuch-Baobab dazu. Wir hatten die Sonne im Rücken und den blauen Himmel vor uns. Ein rotes zweiadriges Band führte uns schnurgerade über eine strohgelbe Ebene. Viel zu schnell ließen wir die 30 Kilometer ab Dik Do hinter uns.

Der Brunnen von Téssékré war wie hier überall gekennzeichnet durch einen rotsandigen Haufen, flächendeckend mit schwarzen Ziegenböbeln übersät, und dahinter ein Wasserturm aus Beton. Den Ort hätten wir gerne vermieden. Doch aus allen Himmelsrichtungen führen Spuren in die Gasse zwischen die Lehmhäusern hinein. Jetzt galt es den richtigen Ausgang zu treffen. „Wo wollen wir überhaupt hin?“ Die Geonamen auf den Farbausdrucken der Satellitenbilder waren bisher nicht besonders hilfreich, die Russenkarten waren unlesbar und die Michelinkarte zeigte hier ein großes weißes Loch. „Probier’s mal mit Mbidi!“ Bernd griff nach der Worldmapping Project Karte. Ich zog noch schnell das Satellitenbild heraus, das darin steckte. Meine Sorge war umsonst: Die Jungs im Restaurant gaben Auskunft ohne weiter zu fragen. „Da vorne an der Ecke rechts, bis zum Ende, links, dann die zweite rechts und wieder links und dann an der Mauer entlang bis zum Ende des Ortes.“

„Paris – Dakar?“ wollte der Hirte wissen. „Nein, wir sind ganz normale Reisende.“ Die geschobene Trasse allerdings hatte Wellblech als sei die Rallye hier schon mal durchgekommen. Wir folgten den Spuren einheimischer Händler um zugewucherte Wasserläufe herum, die die Trasse stellenweise unterbrachen. Hin und wieder suchten wir auf denselben Spuren ungewollt eine Ansiedlung auf. Immerhin führte uns die Trasse 16 Kilometer weit direkt in Richtung der Konfluenz. „Es sind noch 2,9 Kilometer und hier geht eine Piste ab, die direkt drauf zu führt.“ Der Geoname Noualko stand offenbar für ein temporäres Lager. Die Hütten waren nicht nur verlassen, sondern komplett abgeräumt. Ein Esel am Baum verriet, dass uns jemand beobachte. Wir beeilten uns daher mit dem Nullertanz und fuhren ein Stückchen zurück, um im Schatten einer Akazie Mittagspause zu halten.

Doch das war eine Mission. Wir befanden uns mittlerweile mitten im Reich der Sudanklette. Feine Stacheln blieben an den Hosenbeinen hängen und steckten kurz darauf unangenehm in den Fingerspitzen. Durch die Fußsohlen bohrten sich zeitgleich die dornigen Varianten. Die Suche nach einem Zeltplatz konnte lustig werden. Immerhin entpuppte sich die Alternativroute auf der Rückfahrt über Mbeulakhé und Yang Yang nach Dara als frisch geschobene Hochgeschwindigkeitstrasse. Daher blieb vor Sonnenuntergang noch ein wenig Zeit ausgiebigst nach den Überresten des Château de Faidherbe Ausschau zu halten. Was genau die Autoren der World-Mapping-Serie damit meinen, bleibt jedoch deren Geheimnis, denn nicht einmal die ortsansässigen Honoratioren oder der in Yang Yang bereits über ein Jahr lebende Peace-Corpsler, dessen Aufgabe hauptsächlich im Aufbau eines Museums bestand, hatten davon jemals gehört. Vielleicht natürlich auch, weil hier die Wolof ihre letzte große Schlacht gegen Faidherbe verloren hatten. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Fortsetzung bei 28N 12W..

Weitere Reiseberichte aus Afrika unter www.afritracks.de.

English version

21-Nov-2011 -- The Kingdom of Cram-Cram

Africa Overland - unfinished: Rising visa fees and bureaucratic issues additional to expensive flights, continuously worsening security situation for whites in the Sahel, and the cut-off through Angola and Congo (Democratic Republic) convinced us to visit other culture regions in future. The 6th stage on the Westroute will bring our Toyo back home. This continues the story of 15N 14W.

Orange dunes rose promisingly in the North. The chance to drive some sand dunes beats the acacia risk after our experience yesterday. The last Confluence without any description in Senegal should be ours.

But we were a bit rusty: The locals had to show us directions - over the first piles of sand around the last houses of Linguère we followed the sandy tracks towards Kadji Tiongo. At the first deep ascent our Toyo gained back confidence. At Tianguol Linguère camels were watered. We reached the brown Sudanese style houses of Kadji Tiongo between dark-green acacias. At the first corner we turned left and left the wadi northward. Because of acacias we rarely had to leave the sandy tracks. Nevertheless we didn’t make much progress. The traces did not lead in our direction. Zigzaging - few kilometres northeast, change track, few kilometres northwest, kraal, few kilometres northeast, hut village, few kilometres northwest - we suddenly reached a large settlement.

Today was cattle market in Dik Do. Lots of camels and goats were watered at the well. „Direction Téssékré this way“, one of the dealers pointed out towards northwest at a large grass plain. Along a bundle of deep sandy tracks the Toyo worked hard to manage a light invisible ascent. Finally the dirt road switched to direction north. We swung over light hills around some isolated acacias, sometimes a picture-like Baobab. We had the sun behind us and the blue sky in front. A red double-track led straight across a straw-yellow plain. The 30 kilometres after Dik Do we left behind us almost too quickly.

As everywhere the well of Téssékré is characterized by a red sandy heap completely covered with black goat droppings in front of a concrete water tower. We liked to avoid the village but traces from all directions led towards the first mud brick houses. Now we had to find the right exit. „Where do we want to go actually?“ Geo names on colour prints of satellite photographs were not helpful so far, Russian maps we couldn’t read and the Michelin map showed a large blank area. „Try Mbidi.“ Bernd took the Worldmapping Project map and I made sure that no satellite picture is in between. But there was no reason for worries: The guys at the restaurant gave further information. „Right at the corner, up to the end, left, then second on the right off and at the end again left. Down the wall you reach the exit.“

„Paris - Dakar?“ a herdsman wanted to know. „No, we are just normal travellers.“ But the dirt road however was corrugated as if the rally already had come along. We followed tracks of local dealers around some river courses interrupting the road and sometimes ended in unexpected visits of settlements. The route nevertheless led us as far as 16 kilometres directly towards the Confluence. „2.9 kilometres left and there is a turnoff leading directly to the zero.“ The geo name Noualko seemed to mark a temporary settlement. All huts were not only abandoned but completely cleared. A donkey tied to a tree told us someone was watching. Therefore we hurried to dance the zero and drove some km back to have lunch in the shade of an acacia.

But this became a little bit difficult because meanwhile we reached the kingdom of cram-cram. Fine thorns stuck at the trousers and shortly after unpleasantly at the fingertips. At the same time the thorny thick variants pierced the shoe soles. The search for a campground could become slightly difficult. At least the alternative route on the return trip by Mbeulakhé and Yang Yang up to Dara was a freshly graded high speed dirt road. So we saved time before sunset to search for Château de Faidherbe. A secret kept probably only by the authors of the World Mapping series. Neither some residents of Yang Yang nor a Peace Corps member whose task was to help establish a museum living already a year at Yang Yang knew anything about it. But maybe they had no remembrance because the Wolof lost their last battle against Faidherbe at this place. But that is a different story.

Continued at 28N 12W.

Further trip reports all over Africa you can find at www.afritracks.net or www.afritracks.de.


 All pictures
#1: Cram-cram to the North
#2: Cram-cram to the East
#3: Cram-cram to the South
#4: Cram-cram to the West
#5: Confluence
#6: GPS
#7: Baobab northward
#8: Red double-track across straw-yellow plain
#9: Abandoned huts at Noualko
#10: Cram-cram at the tyre
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